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Digitalisierung muss nachhaltig sein!

IfKom: Voraussetzungen für ressourcenschonende und nachhaltige Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik sind geeignete politische Rahmenbedingungen und Förderung innovativer Forschung.

Eine Zunahme der Digitalisierung darf nicht in gleichem Maße zu einem steigenden Ressourcenverbrauch führen. Geeignete politische Rahmenbedingungen und die Förderung innovativer Forschung sind Voraussetzungen für ressourcenschonende und nachhaltige Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik.

Nach Auffassung des Verbandes der Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) sollte zudem jeder Ingenieur und Informatiker stets die Auswirkungen des eigenen Handelns auf den Aspekt der Nachhaltigkeit reflektieren. Denn nicht nur die Art der Technik in den Netzknoten oder den Rechenzentren beeinflusst den Energieverbrauch, auch die Programmierung wirkt sich beispielsweise auf den Stromverbrauch aus, denn die Software hat einen wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Hardware. Die IfKom fordern daher, den Aspekten der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in der Ausbildung und im Studium für Ingenieure und Informatiker den gleichen Stellenwert zuzuweisen wie den Fragen der Wirtschaftlichkeit und der technischen Realisierbarkeit.

Bereits im Jahr 2015 stellte das Umweltbundesamt fest, in Europa verbrauchten Rechenzentren rund 33 Prozent des Stroms der gesamten Informations- und Kommunikationstechnik. Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie von eco – Verband der Internetwirtschaft zeigt erfreulicherweise einen Trend zur Effizienzsteigerung von Rechenzentren trotz Zunahme von Cloud-Technologien und stärkerer Internetnutzung. Die Untersuchungen zeigen zwischen den Jahren 2010 bis 2020 einen Anstieg des Energiebedarfs der Rechenzentren in Europa um 55 Prozent, prognostizieren jedoch für das kommende Jahrzehnt nur noch einen Anstieg um 13 Prozent. Zusätzlich trägt die zunehmende Nutzung von regenerativen Energien bei der Stromerzeugung in der Gesamtbilanz zu einer Senkung der CO2-Emissionen der Rechenzentren in Europa insgesamt bei. Erhebliches Potenzial liegt in der bisher noch wenig genutzten Abwärme von Rechenzentren. Mangelnde Wirtschaftlichkeit aufgrund der erheblichen Investitions- und Stromkosten in Deutschland verhindert es derzeit in vielen Fällen, die Abwärme eines Rechenzentrums in ein Wärmenetz einzuspeisen. Um diesen Nachteil zu beseitigen, müssen die politischen Rahmenbedingungen angepasst werden.

Neben der Energieeffizienz der Hardware und der ressourcenoptimiert programmierten Software ist aus Sicht der IfKom der Ausbau flächendeckender Breitbandnetze wichtige Voraussetzung für das Zusammenwirken von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Rund 92 Prozent der Haushalte in Deutschland konnten Anfang des Jahres einen Anschluss mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erhalten, obwohl die 100 Prozent Flächendeckung dieser Mindestgeschwindigkeit nach den politischen Vorgaben eigentlich schon zum Ende des Jahres 2018 erreicht werden sollte. Immerhin können heute über 43 Prozent der Haushalte bereits einen Gigabitanschluss bestellen. Die IfKom unterstützen das Ziel flächendeckender Gigabitnetze bis zum Jahr 2025. Um den Ausbau zu beschleunigen, wurden bereits im Jahr 2016 alternative Verlegetechniken, u. a. Mini- und Microtrenching sowie die Verlegung in geringerer Verlegetiefe für zulässig erklärt. Die IfKom fordern die Kommunen auf, diese Möglichkeiten – insbesondere im ländlichen Raum – stärker zu nutzen. Zudem sollte nach Auffassung der IfKom in die derzeitige Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes eine untere Grenze der Downloadgeschwindigkeit als Mindestwert für den Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetanschluss eingefügt werden.

Die zunehmende Digitalisierung führt zu einem deutlich steigenden Bedarf an Übertragungsbandbreite sowie an Rechen- und Speicherleistung. Damit gehen ein verstärkter Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur sowie der Breitbandnetze einher. Im Sinne unserer Umwelt müssen dabei die Aspekte der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gleichrangig zu ökonomischen Entscheidungen gesehen werden. Die Frage nach Nachhaltigkeit muss zu einem wesentlichen Moment im Handeln von Ingenieurinnen und Ingenieuren werden, vor allem, wenn sie als Führungspersönlichkeiten strategische Entscheidungen treffen müssen. In Kooperation mit FinAF – Forschungsinstitut für nachhaltige Ausbildung von Führungskräften wollen die IfKom deren Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit stärken.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

IfKom – Ingenieure für Kommunikation e.V.
Herr Heinz Leymann
Castroper Str. 157
44357 Dortmund
Deutschland

fon ..: 0231 93699329
web ..: http://www.ifkom.de
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Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder – Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder – gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie für fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade ITK-Ingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI – Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.

Pressekontakt:

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