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Stefan Kühn: Die Party geht weiter! (Teil 1) Euphorie an den Aktienmärkte – Aktienmärkte im Spekulationsfieber

Pragmatisches ,Tapering‘ des Fed. Die Rentenmärkte senden klare Signale – Das Weihnachtsrally als verlässliches saisonales Phänomen! Das Tapering beginnt! – Gute Kommunikation des Fed.

BildDas Tapering beginnt, die US-Notenbank nimmt den Fuß langsam vom Gas – Pessimistische Signale der Rentenmärkte – Der Offenmarktausschuss des Fed hat am 3. November wie erwartet beschlossen, die monatlichen Wertschriftenkäufe zu drosseln.
Fed-Chef Jerome Powell hat sich allerdings dieses Mal größtmögliche Flexibilität gesichert, das Tempo des Tapering je nach Situation zu erhöhen oder zu senken – offensichtlich hat er seine Lehre aus der Erfahrung von 2018 gezogen. Er hatte damals die Drosselungspolitik des Fed als ,auf Autopiloten‘ bezeichnet und damit heftige Turbulenzen an den Börsen ausgelöst hatte. Die Aktienmärkte haben seine Aussagen damals als Zeichen gewertet, dass die FED bei einer Marktkorrektur nicht eingreifen würde und wurden nervös. Das zeigt deutlich, wie stark die Märkte vom ,süßen Gift‘ der Liquidität abhängig sind!

Die jetzige Kommunikation hat die Aktienmärkte sehr beruhigt und das Kursfeuerwerk der letzten Woche gestartet: das Sicherungsnetz des Fed bleibt gespannt, eine Korrektur wird gedämpft und akkommodiert! Die Party kann also weitergehen!‘, analysiert Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg.

,Powell hat sich an der Pressekonferenz am Mittwoch auch bemüht, die Reduktion der Anleihenkäufe von der Frage zu trennen, wann das Fed zum ersten Mal die Leitzinsen erhöhen wird. Aus heutiger Sicht kann somit davon ausgegangen werden, dass die erste Zinserhöhung nicht vor Juni 2022 ein Thema sein wird. Es macht keinen Sinn, Anleihen zu kaufen und gleichzeitig die Zinsen zu erhöhen!

Das gibt den Fed-Verantwortlichen acht Monate Zeit, ihre These zu bestätigen, dass die erhöhten Inflationsraten primär von Angebotsknappheiten und Störungen in den Lieferketten verursacht werden: Engpässe, die sich mit der Zeit normalisieren sollten. ,Geldpolitische Werkzeuge sind gegen Angebotsknappheiten machtlos‘, gibt Powell erstaunlich ehrlich zu.

Die Rentenmärkte senden hier allerdings bereits klare Signale:

Die Zentralbanken werden durch die steigende Inflation gezwungen werden, ihre Leitzinsen viel früher anzuheben, als sie heute denken. Vom Fed erwarten die Märkte bis Ende 2022 bereits mehr als zwei Zinserhöhungen von je 25 Basispunkten, von der EZB wird für 2022 mindestens eine Zinserhöhung erwartet (und entsprechend weniger geldpolitische Unterstützung für Staaten wie Italien)!‘, stellt Finanzprofi Stefan Kühn von der Musical and More AG, Duisburg, fest.

,Noch scheint der Ausgang des geldpolitischen Seilziehens die Aktienmärkte wenig zu kümmern. Sie reagierten sogar fast euphorisch auf den Tapering-Entscheid vom Mittwoch und zeigten eine breit abgestützte Aufwärtsbewegung. Der Value Line Arithmetic-Index, der aus 1700 gleichgewichteten US-Aktien besteht, ist nach einer fast sechsmonatigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen.

Ist das noch Investieren oder bereits Spekulieren?

Allerdings kommen einem bei diesem Marktverhalten auch Bedenken. Ist das noch Investieren oder sind wir in den Bereich der Spekulation eingetreten? Wer spekuliert, hat nicht eine langfristig ausgerichtete Beteiligungsnahme im Auge, sondern die Aussicht, die betreffenden Aktien zu einem nicht definierten späteren Zeitpunkt zu einem höheren Preis an jemand anderen zu verkaufen. Bei Spekulation ist daher zwangsläufig immer ein Element des ,Greater fool‘-Denkens im Spiel: Man geht davon aus, dass man die Aktien dereinst zu einem höheren Preis an einen ,blöderen Narren‘ weiterverkaufen kann. Und freilich weiß man dabei nie, ob man am Ende nicht doch selbst als größter Narr in einer langen Reihe von Narren dasteht (wir werden zu diesem Thema noch detailliert berichten!). Dieses Phänomen trifft auf gewisse Bereiche der Finanzmärkte bereits zu, z.B. in einzelnen Aktien oder auch gewissen Kryptowährungen. Hier wetten die Anleger auf den nächsten Bitcoin!

Und dann gibt es noch das Weihnachtsrally!

Die Amerikaner nennen es „Santa Claus Rally“ – die Rally des Weihnachtsmannes. Dieses findet typischerweise jeweils zum Jahreswechsel statt. Eine Erklärung ist, dass man nach Weihnachten etwas positiver gestimmt ist und dann Aktien kauft. Andere Analysten argumentieren, die Investmentbanker investieren dann ihre Boni an der Börse und dadurch steigen die Kurse!

Eine andere Erklärung ist, dass die Investoren einfach vermehrt Aktien kaufen, weil Anfang des Jahres die Börse meist stärker steigt und sie davon profitieren wollen. Daraus entwickelt sich dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung (Self fulfilling Prophecy)!

Allerdings gibt es m.E. nüchternere und handfestere Gründe für ein Jahresend-Rally: Privatinvestoren verkaufen zum Jahresende ihre verlustbringenden Aktien, um die Verluste steuerlich geltend zu machen. Dies ist die auch Erklärung, weshalb die Verlustaktien (Losers) im Dezember nochmals fallen. Das Geld reinvestieren die Investoren dann entweder in Gewinner-Aktien oder sie kaufen die alten Aktien zurück, in der Hoffnung auf eine Trendwende!

Bei Fondsgesellschaften und Banken läuft es ähnlich. Die Verlustbringer fliegen raus, damit das Depot ,chic‘ aussieht. Jedermann will nur die Gewinner im Portfolio! Das ist auch ein Grund dafür, dass diese Aktien im Dezember nochmals steigen. Im Januar kaufen diese Investoren dann vielfach die sogenannten ,zurückgebliebenen Werte‘ zurück!‘, fasst Finanzexperte Stefan Kühn, Vorstand der Autark AG, Duisburg, dieses Phänomen zusammen.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

SK CONSULTING – Stefan Kühn
Herr Stefan Kühn
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Deutschland

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email : consulting@stefan-kühn.com

Stefan Kühn ist Ökonom; er befasst sich seit einigen Jahren mit den volkswirtschaftlichen Veränderungen und der Interdependenz der Märkte sowie der politischen Einflussnahme in Bezug auf Unternehmen, Gesellschaft und den Geldmarkt. Er vertritt die These, dass es sich bei makroökonomischen keynesianischen und neu-keynesianischen Modellen meistens um vollständig interdependente ökonomische Systeme handelt, die nicht rekursiv, sondern nur simultan gelöst werden können. Dabei betrachtet er nicht allein rein wissenschaftliche Methoden, sondern bezieht seine Erkenntnisse aus seiner langjährigen Tätigkeit als Unternehmer und Consultant des Managements überwiegend börsennotierter Unternehmen wie der Autark Entertainment Beteiligungsholding AG, Musical & More AG, Autark Entertainment AG, u.a.

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